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Siemens treibt autonome Gebäudeinfrastruktur voran
Auf der Light + Building 2026 in Frankfurt präsentiert Siemens Technologien, die Industrial AI, intelligente Elektrifizierung und Gebäudeplattformen integrieren, um autonome Betriebsmodelle zu ermöglichen.
www.siemens.com

Auf der Light + Building, die vom 8. bis 13. März in Frankfurt am Main stattfindet, stellte Siemens AG ihren Ansatz zur Weiterentwicklung von intelligenten Gebäuden hin zu autonomen Gebäudeinfrastrukturen vor. Das Konzept kombiniert Industrial AI, digitale Gebäudemanagementplattformen und intelligente Energieverteilung, um Energieeffizienz, Betriebssicherheit und Lebenszykluswert in Branchen wie Gesundheitswesen, Rechenzentren, Life Sciences, Gewerbeimmobilien und Hochschulen zu steigern.
Von intelligenten zu autonomen Betriebsmodellen
Autonome Gebäude stellen die nächste Entwicklungsstufe der Gebäudeautomation dar. Während klassische Smart-Building-Systeme überwiegend regelbasiert arbeiten und zentral überwacht werden, nutzen autonome Systeme kontinuierliche Datenerfassung, prädiktive Analytik und KI-gestützte Optimierung. Dadurch können sie Lasten antizipieren, Leistungsparameter dynamisch anpassen und Wartungsmaßnahmen zustandsbasiert planen.
Dieser Ansatz adressiert technische Herausforderungen wie Fachkräftemangel im Facility Management, steigende Anforderungen an die Energieeffizienz und die Integration dezentraler Energiequellen. Durch den Einsatz von Industrial AI wird ein Übergang von reaktiver zu vorausschauender Instandhaltung ermöglicht, was ungeplante Ausfallzeiten reduziert und die Anlagenverfügbarkeit erhöht.
Digitale Plattformen für integriertes Gebäudemanagement
Ein zentrales Element der Architektur ist die digitale Gebäudeplattform Building X. Sie konsolidiert Betriebsdaten aus Energieversorgung, HLK-Systemen, Beleuchtung sowie Sicherheits- und Schutztechnik in einer einheitlichen digitalen Umgebung. Standardisierte Datenmodelle und interoperable Schnittstellen ermöglichen domänenübergreifende Analysen und datenbasierte Optimierungen über den gesamten Gebäudelebenszyklus hinweg.
Desigo CC fungiert als integriertes Gebäudemanagementsystem zur Steuerung von HLK, Beleuchtung, Brandmeldetechnik, Sicherheitssystemen und Energiemonitoring. Dank offener Architektur und Rückwärtskompatibilität lässt sich das System in bestehende IT- und OT-Infrastrukturen integrieren. Dadurch werden Systembrüche reduziert und eine schrittweise Modernisierung komplexer Infrastrukturen wie Krankenhäuser oder Rechenzentren unterstützt.
Elektrifizierung als strukturelles Rückgrat
Autonome Funktionalität setzt eine transparente und zuverlässige Energieinfrastruktur voraus. Siemens kombiniert intelligente Energieverteilungssysteme, IoT-fähige Komponenten und digitale Planungstools, um eine messbare und nachvollziehbare Energiearchitektur zu schaffen.
Engineering-Software wie SIMARIS mit BIM-Integration unterstützt eine normgerechte und integrierte Elektroplanung. Auf Hardwareebene ermöglichen SENTRON-Schutzgeräte und SIVACON 8PS-Stromschienensysteme eine modulare und überwachte Energieverteilung. Diese Systeme schaffen Transparenz über Lastflüsse, erleichtern die Einbindung erneuerbarer Energien und unterstützen die Interaktion mit komplexen Energiesystemen wie Microgrids oder Demand-Response-Umgebungen.
Für kleinere Automatisierungsaufgaben wurde LOGO! 9 vorgestellt, die nächste Generation der kompakten Logikmodul-Reihe. LOGO! 9 bietet eine erhöhte Programmkapazität, erweiterte Ein- und Ausgangsskalierung, verbesserte Gerätediagnose sowie sichere Konnektivität. Dadurch lassen sich Steuer- und Überwachungsaufgaben schneller implementieren und flexibel in übergeordnete Gebäudeautomationsnetzwerke integrieren.
Anwendung in anspruchsvollen Infrastrukturen
In Gesundheitseinrichtungen und Life-Science-Gebäuden können autonome Systeme stabile Umgebungsbedingungen gewährleisten und gleichzeitig den Energieverbrauch optimieren. In Rechenzentren tragen prädiktives Energiemanagement und Lastverteilung zur Erhöhung der Betriebssicherheit bei. Betreiber von Gewerbeimmobilien erhalten durch domänenübergreifende Analysen Transparenz über Energieintensität, Nutzungsprofile und Wartungszyklen, was die Einhaltung von Nachhaltigkeitsanforderungen und die langfristige Wertentwicklung unterstützt.
Durch die Integration von Gebäudetechnik, intelligenter Elektrifizierung und Industrial AI entsteht eine skalierbare Architektur für eine digitale Wertschöpfungskette im Gebäudebetrieb. Die Konvergenz von Betriebsdaten, Energiemanagement und Automatisierungstechnologien ermöglicht messbare Leistungskennzahlen anstelle isolierter Systemoptimierungen.
Siemens präsentierte diese Technologien in Halle 11.0, Stand B56, auf der Light + Building 2026 in Frankfurt.
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